Was mein Leben gebaut hat.
Auch ich bin ein Projekt. Kein abgeschlossenes.
Was hier steht, ist keine Referenzliste und kein Lebenslauf. Es sind die Baustellen, an denen ich selbst gestanden habe — manche laut und sichtbar, manche still und über Jahre. Eine Orgel bauen. Aufbrechen und reisen. Kinder in die Welt bringen. Mich selbst dekonstruieren, bis nur noch das übrig blieb, was echt ist. Mich ausbilden lassen, wieder und wieder, weil Stillstand für mich keine Option ist.
Ich zeige das hier nicht, um zu beeindrucken. Ich zeige es, weil ich nur von dem sprechen kann, was ich selbst durchlebt habe. Wer mit mir arbeitet, arbeitet mit jemandem, der sein eigenes System genauso schonungslos angeschaut hat wie das seiner Klienten.
Kleiner Bruder ganz Groß

Wenn ich zurückschaue, beginnt dieses Projekt früher, als ich lange dachte — an einem Sommertag, im Garten meiner Kindheit.
Ich sitze dort als kleiner Junge, links im Gras, die Knie angezogen, die Hände vor dem Gesicht, halb Lachen, halb Staunen. Meine große Schwester sitzt neben mir, stolz wie eine Königin, und hält unsere kleinn Bruder im Arm. Ein neues Leben, so leicht, dass man es fast übersehen könnte, und doch so schwerwiegend, dass es alles verändert. Damals wusste ich nicht, dass dieser Moment ein Fundament werden würde. Ein erster Baustein. Ich habe früh gelernt, dass Leben nicht aus fertigen Dingen besteht, sondern aus Baustellen. Manche laut und sichtbar, manche still und über Jahre. Dieser Tag war eine stille Baustelle. Ich verstand nicht, was Verantwortung bedeutet, aber ich spürte sie. Ich verstand nicht, was Bindung bedeutet, aber ich fühlte sie. Ich verstand nicht, was es heißt, sich selbst zu bauen — aber ich begann damit.
Klassenabschlussfahrt Berlin
Ein Baustein, der erst später seinen Platz zeigt.
Ich war sechzehn und glaubte, ich würde einfach nur auf Klassenfahrt gehen. Berlin, Abschluss, ein paar Tage weg von Zuhause. Doch rückblickend war es ein Moment, der sich viel tiefer in mein Leben eingeschrieben hat, als ich damals ahnte. Damals erlebte ich Berlin als kalt, dunkel und bedrohlich — wir hatten in Vorbereitung auf die Klassenfahrt Die Kinder vom Bahnhof Zoo im Deutschunterricht gelesen und beschlossen, dass Berlin nicht meine Stadt ist. Was ich damals nicht wusste: dass ich Berlin 32 Jahre später völlig neu und als große Liebe wieder erleben würde. Doch davon später.
Fachpraxisinterricht BFS
„Wer viel misst, misst viel Mist“
Ich sitze im Fachpraxisraum. Unser Lehrer steht vorne, die Hände in die Hüften gestemmt, und sagt mit seinem typischen Schmunzeln: „Wer viel misst, misst viel Mist!“ Wir lachen, aber keiner widerspricht.
Ich mag diesen Unterricht. Es ist nicht nur Theorie — hier passiert etwas Echtes. Wenn der Strom fließt, wenn die Lampe aufleuchtet, dann weiß ich, dass ich etwas verstanden habe. Der Lehrer geht durch die Reihen, schaut über unsere Schultern und sagt: „Messen ist gut, aber Denken ist besser.“
Wersi Galaxis
Der Klang, den ich mir selbst gebaut habe
Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, sehe ich keinen Basteltisch, sondern eine Baustelle meines Lebens. Ich war siebzehn, und vor mir lag der Bausatz der Wersi Galaxis — der größten analogen Orgel, die Wersi je gebaut hat. Drei Manuale, ein 30‑töniges Pedal, zwei Tongeneratoren, viele Register. Ein Instrument, das man nicht einfach kauft, sondern baut. Und versteht.
Ich arbeitete ruhig, konzentriert, Schritt für Schritt. Geduld war nie mein Problem. Im Gegenteil: Sie war mein Werkzeug.
Ich lernte, wie Klang entsteht — nicht aus Magie, sondern aus Logik, Präzision und Zeit. Jede Leiterbahn, jeder Zugriegel, jede Schraube war ein Baustein — nicht nur der Orgel, sondern von mir selbst. Nach 6 Monaten Bauzeit war sie fertig. Meine Galaxis. Ich drückte eine Taste, und der Ton, der den Raum füllte, war mehr als ein Klang. Er war ein Beweis. Dass ich Dinge bauen kann, die größer sind als ich. Dass ich Systeme verstehe, wenn ich sie auseinandernehme. Dass ich mich selbst baue, indem ich etwas erschaffe, das spricht, wenn ich schweige. Diese Orgel war kein Projekt. Sie war ein Kapitel. Ein Fundament. Ein frühes Zeichen dafür, dass ich mein Leben nicht konsumiere — ich konstruiere es.
Meine Projekte
Jedes Projekt steht für einen Gedanken, eine Frage, einen Versuch, etwas besser zu verstehen oder neu zu gestalten.
Manche sind abgeschlossen, andere wachsen weiter, wieder andere bleiben Skizzen, die ihren eigenen Wert behalten.
- Kindheit
- Orgelspielen lernen
- erste elektronische Bausätze
- Hauptschule
- Dr. Böhm Orgel CnT/L — Bau meiner ersten Orgel im Bausatz
- Unterstützung anderer Orgelbauer beim Zusammenbau und Fehlersuche ihrer Orgeln
- Wersi Orgel Saturn — Bau meiner zweiten Orgel im Bausatz
- Orgelunterricht erteilt
- Berufsfachschule Elektrotechnik
- Wersi Orgel Galaxis — Bau meiner dritten Orgel im Bausatz
- Ausbildung zum Feingeräteelektroniker
- FOS Elektrotechnik und Studium technische Informatik
- Wirken als Servicetechniker für Büromaschinen und Computer in Hamburg
- Wirken als Servicetechniker für Computer- und Netzwerksysteme in Buxtehude
- MEHRWERTE-IT, über 30 Jahre intelligente IT-Systeme für anspruchvolle Unternehmen
- Kauf und Ausbau des 1. Hauses in Ahlerstedt
- Geburt und Aufzucht zweier Kinder
- Planung und Bau des 2. Hauses in Ahlerstedt
- Depersonalisierung und Dekonstruierung
- Vielfältige Weiterbildungen: Hypnose, Coaching, Business Coaching, Veränderungsmodelle, Aufstellungsarbeit, Systemische Arbeit, Resonanzfeldarbeit, Spirituelle Konzepte, Schattenarbeit, Traumauflösung, Schamanismus
- exento.me — Auflösung individueller und kollektiver Traumata
- illaye.de — Resonanzfeldarbeit
- dahedo.de — Freiberufliche Tätigkeit als Mentor für Dekonstruktion


